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Tony Carey
Tour 2026
Man kennt Tony Carey entweder als US-amerikanischen
Songwriter, der Hits wie „Room With A View“ und „A Fine, Fine
Day“ geschrieben hat. Oder man kennt Tony Carey als
Produzenten von Peter Maffay („Tabaluga und das leuchtende
Schweigen“) und Milva. Oder man kennt ihn als Keyboarder von
Ritchie Blackmore’s Rainbow in den 70ern. Das sind sehr
verschiedene Tony Careys. Der 1953 in Watsonville, Kalifornien
geborene Multiinstrumentalist ist ein lebenslang Reisender in
Sachen Kreativität, der sich nicht vorschreiben lässt, welche
Musik er spielt. „Vermutlich wäre meine Karriere gradliniger
verlaufen, wenn ich mich auf einen Stil festgelegt hätte“, sagt
Carey, „aber das wollte ich nicht – ich mache einfach, was mir
gefällt.“ Careys Musikkarriere beginnt, als er mit seinen Eltern
(Papa ist Entomologe, Mama Malerin) 1969 von
Turlock/Kalifonien nach Westport/Connecticut umzieht. Der
begabte Musiker überlegt kurz, die Laufbahn eines
Orchestermusikers einzuschlagen, entscheidet sich aber für den
Rock’n’Roll. Careys erste Band, Blessings, entsteht an der
Ostküste, doch die Formation (in der er Keyboards spielt) zieht
bald mit einem Plattenvertrag im Gepäck nach Los Angeles. Doch
dort fällt sie dem für seinen Perfektionismus berüchtigten
Steely-Dan-Produzenten Gerry Katz zum Opfer – die Aufnahmen
dauern eineinhalb Jahre, das Album wird nie fertig. Ritchie
Blackmore hört Carey beim Orgelspielen durch sieben Wände
und rekrutiert ihn für seine Band Rainbow – der Rest ist
Hardrock-Geschichte. Über Los Angeles führt der Weg nach
Deutschland, wo er seither lebt. Carey veröffentlicht wundervolle
Soloalben, darunter „Some Tough City“ (1984) und „Blue
Highway“ (1985), die auf beiden Seiten des Atlantiks für Furore
sorgen. Das Lied „Room With A View“ (1988)
entsteht für den ARD-Dreiteiler „Wilder Westen“ und wird sein
hierzulande größter Erfolg. Die Begegnung mit Peter Maffay
führt zu einer jahrelangen Zusammenarbeit, in deren Verlauf
Carey mehrere Alben des deutschen Megastars produziert.
Dasselbe tut er über die Jahre u. a. für Jimmy Barnes,
John Mayall, Chris Thompson, José Carreras, David
Knopfer und besagte Milva.
Zudem entstehen eine Handvoll Alben mit seinem Planet P
Project, in dem der Multiinstrumentalist Electro, 80s-Sounds und
Progrock zueinander bringt. Weil Carey mit der Plattenindustrie
nicht nur gute Erfahrungen macht, produziert er seit Mitte der
achtziger Jahre diverse Alben im Alleingang und versorgt die
weltweite Fangemeinde aus seinem Webshop mit physischen
Tonträgern. 2019 wird anlässlich seines 50-jährigen
Bühnenjubiläums ein knappes Dutzend dieser Alben als
Remasters bzw. (zum Teil) Remixes erstmals für die breite
Öffentlichkeit erscheinen. Die Fülle des musikalischen Materials
entspricht der Fülle an Wissen und Erfahrungen, die Tony Carey
in seinem Musikersein gesammelt hat. Und sie bereitet den Weg
für „Lucky Us“, an dem man sein gesammelte Erleben, Verstehen
und Können in wundervollen Songs spürt. „Lucky Us“, knüpft an
den eingangs erwähnten US-amerikanischen Sound an – hier
liegt die Wurzel seines Schaffens. Und doch ist „Lucky Us“ wieder
etwas, das Carey noch nie gemacht hat: ein Album mit Piano und
Orchester. „Die Welt um uns herum gerät aus den Fugen“, erklärt
er. „Ich glaube, was wir jetzt brauchen, ist eine warme Decke
und Ruhe. Ich neige dazu, in einigermaßen ruhigen Zeiten davor
zu warnen, was kommen könnte. Wenn es dann passiert,
sprechen die Geschehnisse für sich selbst. Ich muss nicht auch
noch von ihnen singen.“ Hört man die Songs von „Lucky Us“, ist
man dankbar für diese Haltung. Carey singt am Flügel
wehmütig-schöne Lieder, in denen ein tief empfundener
US-amerikanischer Ton schwingt – man denkt an Jackson
Browne, Bruce Springsteen und die Eagles, aber man hört Tony
Carey, der zur selben Zeit wie diese Kollegen mit dem
Songschreiben begann und ein zeitloses Gefühl transportiert. Man
rollt sich in diese Lieder ein wie in eine Decke.
Mehr Infos auf der Band-Website:
